Sverre Fehn, einer der bedeutendsten norwegischen Architekten der Nachkriegszeit, entwarf 1970 für die Weltausstellung in Osaka einen Pavillon aus zwei atmenden Luftkörpern — eine pneumatische Struktur, die sich ausdehnte und zusammenzog wie eine lebendige Lunge. Der Entwurf wurde nicht realisiert. Fehn starb 2009, ohne ihn je gebaut zu sehen.
45 Jahre später beauftragte das Nationalmuseum für Architektur in Oslo die norwegischen Architekt:innen Beate Hølmebakk und Per Tamsen von Manthey Kula mit einer zeitgenössischen Realisierung von Fehns Vision. Wir produzierten die textile pneumatische Struktur: zwei ineinandergreifende Luftkammern aus einem speziellen Gewebe — blickdicht, aber 80% lichtdurchlässig, entwickelt von der Schweizer Firma Sefar. Der obere Körper dehnte sich aus und drückte den unteren zusammen. Beim Ausatmen nahm der untere wieder Raum ein. Die Struktur atmete — genau wie Fehn es sich vorgestellt hatte.
Die Installation stand in einem Ausstellungsraum, der selbst ein Werk von Sverre Fehn ist. Ein Fehn innerhalb eines Fehn. Ergänzt wurde die pneumatische Struktur durch eine handgefertigte Eingangsschleuse in japanischem Stil und eine Stahlbank im Innern — für Besucher:innen, die den atmenden Raum sitzend erleben wollten.
Ode to Osaka war vom 5. Juni bis 13. September 2015 zu sehen.
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