Der Sonderforschungsbereich 948 der Universität Freiburg widmete zwölf Jahre der Erforschung von Heldinnen und Helden — historisch, kulturell, politisch. Rimini Protokoll, eines der prägendsten Theaterkollektive der Gegenwart, wurde eingeladen, die Abschlussausstellung dieses Forschungszyklus zu konzipieren: Prinzip Held*, gezeigt im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow. Für die Installation entwickelten wir gemeinsam mit Szenograf Dominik Steinmann zwanzig aufblasbare Skulpturen, die den interaktiven Kern der Ausstellung bildeten.
Die zwanzig Objekte — abstrakte Fantasieformen, keine Figuren — waren auf einer Fläche von 12 × 12 Metern ineinander verschachtelt, flach auf dem Boden liegend, scheinbar leblos. Jedes Objekt war inhaltlich inspiriert: Ein Cluster aus vielen kleinen, miteinander verbundenen Kissen — für die Station Unbekannte Heldinnen — schob sich langsam und unscheinbar auseinander und zog sich wieder zusammen. Ein anderes Objekt zeigte einen grossen Spiegel oben, darunter drei kleinere, die alle zum grossen Vorbild schauten.
Rundum die Installation liefen Armeetische mit zwanzig orangefarbenen Schaufelgriffen — Hebel. Zog eine Person am Griff, startete ein Ventilator, ein Objekt begann sich aufzublasen, Lichter richteten sich darauf aus, Sound und Rauch setzten ein. Je mehr Menschen gleichzeitig zogen, desto mehr erwachte der Dschungel zum Leben — ein lebendiger Kosmos aus Orange, Schwarz, Grau und Weiss, mitten in einem riesigen Hangar des ehemaligen Militärflugplatzes Gatow.
Die aufblasbare Raumstruktur war nicht Kulisse, sondern Handlung — und das Publikum ihr Antrieb.
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